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1. Das Wichtigste in Kürze

Die Depression ist eine psychische Erkrankung, die die Stimmung, das Denken, das Verhalten und die Körperfunktionen der Betroffenen tiefgreifend und langfristig verändert. Depressionen haben sehr unterschiedliche Erscheinungsformen, die häufigsten Symptome sind die gedrückte Stimmung und die Antriebslosigkeit, d.h.: die Unfähigkeit, sich zu irgendwelchen Handlungen aufzuraffen.

Die nachfolgenden Informationen geben nur einen kurzen Einblick, der das Verständnis für die Erkrankung erhöhen soll. Sie können keinesfalls die ärztliche Diagnose ersetzen.


2. Abgrenzung von Trauer

Nicht zu verwechseln sind Depressionen mit vorübergehenden Phasen von Niedergeschlagenheit oder Antriebsschwäche, die fast jeder aus seinem Leben kennt. Oft folgen solche Phasen auf Ereignisse wie Trennungen, Verlust des Arbeitsplatzes oder Tod eines Angehörigen. Der Körper braucht die Zeit, um sich von einschneidenden oder emotional belastenden Ereignissen zu erholen. Mit einer krank machenden Depression hat das nichts zu tun, solange die Phasen von gesunder Traurigkeit bald wieder vorüber sind und ihren Zweck erfüllt haben, nämlich dass der Betroffene wieder Mut und Kraft hat.



Trauer hat eine wichtige Funktion im Leben. Es gibt auch Erklärungsmodelle für Depressionen, die besagen, dass eine Depression gerade dann begünstigt wird, wenn ein persönlicher Verlust nicht durch Trauer verarbeitet werden kann.


3. Symptome

Depressionen haben sehr unterschiedliche seelische und körperliche Auswirkungen und können sich in einer Vielzahl von Symptomen äußern.

Bei einer Depression kommt es phasenweise oder langfristig zum Verlust der Fähigkeit, sich an wichtigen Dingen des Alltags zu freuen bzw. daran teilzunehmen. "Es ist, als ob die Seele unwohl wäre", mit diesen Worten beschreibt der Schriftsteller Erich Kästner die Situation.


3.1. Hauptsymptome

Die drei Hauptsymptome der Depression:

Niedergedrücktheit, depressive Stimmung. Das Wort "Depression" kommt vom lateinischen "deprimere": herunterdrücken, niederdrücken.
Hoffnungslosigkeit, Interessenverlust, Fehlen jeder Freude, jedes Genießens, jeder Zufriedenheit.
Antriebsmangel, Ermüdbarkeit, Schwäche, Energieverlust, Erschöpfung (körperlich und geistig), Unentschlossenheit, Unfähigkeit, etwas zu entscheiden und sich zu etwas zu motivieren. Selbst alltägliche Aktivitäten wie putzen, kochen, essen, sich waschen oder jemanden anrufen sind nicht möglich.

Wenn zwei dieser drei Hauptsymptome länger anhalten, besteht ein begründeter Verdacht auf eine Depression und der Betroffene sollte einen Arzt aufsuchen.


3.2. Weitere Symptome

Hier eine Auswahl der häufigsten weiteren Symptome:

wenig Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Minderwertigkeitsgefühle, Unsicherheit
Angst, Hilflosigkeit, alles "schwarz sehen", Panikattacken
geminderte Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit
Anspannung, Unruhe und Rastlosigkeit
Bewegungslosigkeit und Ausdruckslähmung
Schlafstörungen
körperliche Schmerzen, am häufigsten sind Kopfschmerzen, Druck auf der Brust
Verlust der Libido
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsverlust, Verstopfung
Gedanken an den Tod, Suizidgedanken oder -versuche


4. Formen

"Die" Depression gibt es nicht, vielmehr eine große Bandbreite: von leichten Formen mit Angst und verschiedensten körperlichen Beschwerden bis hin zu schweren Verlaufsformen, die mit Wahnvorstellungen und Suizidgedanken verbunden sein können.

Die Fachwelt spricht bei Depressionen auch von "affektiven Störungen". Im Wesentlichen wird unterschieden nach einmaligen "Episoden" und wiederkehrenden ("rezidivierenden") Störungen. Wichtig für die Beurteilung einer Depression ist auch die Dauer der Störung.

Etwa ein Drittel der Patienten erlebt nur eine einmalige depressive Episode, bei der Mehrzahl der Betroffenen wiederholt sich das Auftreten.

Bekannt ist die saisonal abhängige Depression (SAD), die sogenannte "Winterdepression", die jedoch innerhalb der Depressionen nur eine kleine Gruppe darstellt.

Eine Sonderform ist die "Wochenbettdepression", eine Form, die Frauen nach der Entbindung betreffen kann.

Als "Dysthymie" wird eine sehr schwache, aber anhaltende affektive Störung bezeichnet.


5. Auftreten

5 bis 6 Millionen Menschen in Deutschland leiden - bezogen auf einen Zeitraum von 12 Monaten - an behandlungsbedürftigen Depressionen, in den westlichen Industrieländern sind Depressionen nach den Herz-Kreislauf-Krankheiten das zweithäufigste Leiden. Jeder Sechste durchlebt wenigstens einmal im Leben eine depressive Episode. Dabei gibt es kaum kulturelle und regionale Unterschiede.


6. Ursachen

Die Ursachen depressiver Erkrankungen sind noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt die verschiedensten Erklärungsmodelle.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass bei der Entstehung mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

Genetik, Veranlagung
Die Wahrscheinlichkeit, an Depressionen zu erkranken, hat eine erbliche Komponente.
Neurobiologie
Depressive Menschen haben in der Regel einen Mangel an Serotonin und Noradrenalin. Das sind chemische Botenstoffe (Neurotransmitter), die elektrochemische Nervensignale von einer Nervenzelle an die andere übermitteln. Auf diese Weise werden Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen gesteuert.
Seelische Belastungen
Besteht durch biologische oder lang andauernde Einflüsse (Familie und Erziehung) eine gewisse Anfälligkeit, können akute Ereignisse (Partnerverlust, Tod eines nahen Angehörigen oder Stress) oder lang andauernde Belastungen durch Krankheit, Beruf oder Beziehungskonflikte Depressionen auslösen.
Lichtmangel
Als Ursache der Winterdepression wird auch Lichtmangel vermutet. Dieser kann mit einer Lichttherapie ausgeglichen werden. Details unter Depressionen > Behandlung.



Die meisten Depressionen können durch Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapien geheilt werden.


7. Sozialrecht und Depressionen

Betroffene, Angehörige und Therapeuten sollten sich bewusst machen, dass im Sozialrecht Formalitäten wie Anträge und Fristen schwerwiegende Auswirkungen auf mögliche (finanzielle) Leistungen und den Versicherungsschutz haben können.



Nur sehr selten wird es gelingen, bei Behörden und Versicherungen eine abgelaufene Frist mit dem Hinweis auf eine depressive Episode zu verlängern. Eine besondere Wachsamkeit ist hier beim Auslaufen des Krankengelds (Krankengeld > Keine Zahlung) und der damit verbundenen Gefahr des Verlusts des Krankenversicherungsschutzes erforderlich. Sozialrecht, Ämter und Kostenträger sind schon für einen gesunden Menschen oft schwer verständlich. Patienten mit Depressionen brauchen hier umso mehr Hilfe - wenn möglich in Form von Hilfe zur Selbsthilfe. Insbesondere in depressiven Episoden müssen aber auch wachsame Berater und Angehörige entsprechende Briefe und Fristen ernst nehmen und sofort darauf reagieren.

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Das Leben mag vielleicht keinen Sinn haben, was aber noch lange nicht heißt das es sinnlos ist.


Donnerstag 1. September 2011, 12:10
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